Vom 8.-13. August fand das Finale des Rollkunstlauf-Weltcups 2022 in der Sparkassen Arena in Göttingen statt. Tim Schubert konnte sich durch seine guten Leistungen bei den Weltcup Halbfinalen in Triest (Italien) und Paredes (Portugal), bei dem er die Silbermedaille gewann, qualifizieren. Erstmalig gab es in diesem Jahr eine Weltcup-Saison. Diese Qualifikation war eines der Saisonziele für Tim, schließlich war das Finale lediglich 1,5 Stunden von seinem Heimatverein entfernt. Durch die Vorbereitungen für die World Games, das Saison-Highlight von Tim mit dem Gewinn der Bronzemedaille, war er noch gut in Form. Tim hatte sich keine Zielplatzierung bei dem Finale vorgenommen. Durch das besondere Qualifikationsverfahren war es der mit am stärksten besetzte Wettbewerb des Jahres: 10 Starter auf Top-Niveau aus Italien, Spanien, Portugal, Argentinien und Deutschland, sodass ein enger Kampf erwartet wurde.
Im Kurzprogramm haben sich aufgrund einer eingeschränkten Vorbereitung durch die World Games sowie die Deutsche Meisterschaft einige technische Fehler eingeschlichen. Tim hatte große Probleme im offiziellen Training sowie im Warm-Up mit seiner extrem wichtigen Sprungkombination aus drei Dreifachsprüngen. Im Kurzprogramm konnte er die Kombination dennoch durch seine Nervenstärke mit leichten Unsauberkeiten auf die Bahn bringen. Insgesamt zeigte Tim ein solides Kurzprogramm mit einem perfekten Doppel-Axel, der hochwertigsten Schrittfolge des Wettbewerbs und guten Pirouetten. Für ihn war es eine persönliche internationale Bestleistung und er lag vorerst auf Platz 5 in einem sehr starken Teilnehmerfeld. Nach dem Kurzprogramm war es sehr eng zwischen dem Zweit- und dem Siebtplatzierten. Somit ging Tim im Langprogramm volles Risiko ein, mit dem Ziel eine Medaille zu gewinnen durch ein perfektes Programm und Fehler der Konkurrenten. Leider stürzte Tim direkt im ersten Sprung. Dies war sehr ärgerlich, da der komplette technische Inhalt auf seiner ersten Sprungkombination basiert. Somit musste Tim sein ganzes Programm umstellen. Mit diesem Sturz war jegliche Medaillenchance vergeben. Durch viele Unsauberkeiten und Fehler im Langprogramm trat der schlimmste Fall seiner Risiko-Strategie ein und er fiel auf Platz 7 zurück. Da Tim keine Zielplatzierung verfolgte, war es für ihn ein neutrales Ergebnis. Aufgrund der schlechten Vorbereitung nach den World Games und der Deutschen Meisterschaft lief Tim wie erwartet unter seinem eigenen Leistungspotenzial. Nun wird er sich auf die Weltmeisterschaften in Buenos Aires (Argentinien) im November konzentrieren und die Zeit bis dahin nutzen, um sich technisch weiterzuentwickeln.
